Und da war alles wieder: die blinkendbunte Leuchtreklame, die Massen von Menschen, die sich durch die Schluchten der Hochhäusern schieben, der Milchtee, der Koriander auf dem Boden der Nudelsuppe, den man mit seinen Stäbchen zusammenkratzt, um auch den letzten Hauch von Geschmack zu genießen. Das Wasser der tropfenden Klimaanlagen im Nacken. Die Kokuswaffeln am Straßenrand. Und vor allem: dieses Gefühl, wieder zurück zu sein. Zurück in Hong Kong. Zurück in Asien :)
Bereits bei meinem ersten Besuch in Hong Kong vor zwei Jahren hat mir diese Stadt den Atem geraubt: kosmopolitsch, grell, schnell und trotzdem voller grüner Natur, für die ich nach meinen drei Monaten in Shanghai so sensibilisiert war. Die perfekte Mischung aus britischer Organisation und Höflichkeit auf Hong Kong Island und quirlig chinesischem Gewusel in Kowloon. Hip, stylisch, leicht arrogant mit einem charmanten Augenzwinkern. Doch diesmal war es anders: anstatt von einem Tempel zum nächsten Espritoutlet zu hechten, konnte ich entspannt durch die Straßen schlendern, die milde Schwüle (nach Dubai konnte Max und mich wettertechnisch nix mehr schocken) genießen und dem wunderschönen Klang des Kantonesischen lauschen. Immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, wenn die damals noch so fremdartigen Schriftzeichen plötzlich Sinn ergeben. Gleichzeitig ein schleichendes Gefühl von Frustration, weil man noch viel zu wenige kann.
Zusammen mit Esther, Johann und Wiebke wohnten Max, Carmen und ich in einem netten, kleinen Hostel downtown, mitten im schrillen Nachtleben in Kowloon. Unsere kleine Exkursionsgruppe des Heidelberger Propädeutikums war damit perfekt :) So machten wir einen gemütlichen Ausflug in den Zoo, genossen den Blick von der Peak und legten einen Tag am Strand auf Lamma-Island ein, eine der vielen schönen Inseln um Hong Kong. Beim gemeinsamen chinesischen Abendessen, das einfach so unfassbar gut war, fragte ich mich, wie ich es nur 1 ½ Jahre ohne ausgehalten hatte… Relaxed und glücklich darüber, gegen keine der empfindlich teuren Regeln verstoßen zu haben (bezüglich Trinken in U-Bahn, Spucken in den Malls, Rauchen fast überall) nahmen wir nach drei Tagen mit der knatternden Maschine (dafür aber sehr freundliches Flugpersonal!) von Thai Airways Kurs auf die kleine, rebellische Insel im Süden Chinas, die für ein Jahr unser neues Zuhause werden sollte.
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