我怕我沒有機會
跟你說一聲再見
因為也許就再也見不到你
寧願我要離開
熟悉的地方的你
要分離
我眼淚就丟下去
我會牢牢記住你的臉
我會珍惜你給我的思念
這些日子在我心中
永遠都不會抹去
我不能答應你
我是否會再回來
不回頭
不回頭的走下去
http://www.youtube.com/watch?v=TbYzM1NywdU&feature=related
Mittwoch, 11. August 2010
喜歡台灣的原因太多~~
我快要回歐洲了.那邊的朋友們跟家人有點擔心我不會回國.他們一定會問:妳在台灣過一年,妳為甚麼總是跟我們講,妳不想離開?妳為甚麼那麼喜歡台灣?
對阿,那我到底為甚麼那麼喜歡?可能是因為只在台灣走路的時候有臭豆腐的香味.可能是因為每天都可以聽到中文(對我來說,最好聽的語言)跟台語,到處看到漂亮的繁體字
.可能是因為有seven跟它的 歡迎光臨.可能是因為有很多可以吃的黑芝麻的東西.可能是因為總是有地方可以去而且甚麼都不遠:海邊,河邊,山,電影院,夜市,美術館,ktv~~因為台大的中文課很好,而且校園很漂亮,圖書館好涼,可能是因為甚麼都相當可愛,粉紅色的.可能是因棕櫚樹跟濕熱的天氣讓人輕鬆一下,下午的雨讓人醒起來,太陽帶走煩惱.
也可能是因為我從來沒有看到一個那麼彩色的天空,因為我喜歡台灣音樂.
最重要的原因還是這裡認識的人. 人, 誰有無盡的耐心教我怎麼演京劇而且人,誰至於願意聽我唱京劇,誰就在路上遇見我或者在屋頂跟我認識,然後給我介紹台灣,誰跟我一起吃飯,吃飯,吃飯,喝茶,聊天,聊天,聊天,聽音樂,去爬山,夜市,跳舞,看京劇,戲劇,電影,參觀藝術展覽,騎腳踏車,去算命,去高雄,桃園,台中,花蓮,墾丁跟綠島旅行,誰難過的時候給我安慰,愉快的時候跟我一起笑,教我騎摩托車,帶我去陽明山,淡水,海邊,書店,新店,核能電廠,臭豆腐天堂深坑,誰跟我一起經歷難忘記的瞬間,誰給我介紹他們的朋友們跟家人,誰給我一種在家的感覺.
對阿,那我到底為甚麼那麼喜歡?可能是因為只在台灣走路的時候有臭豆腐的香味.可能是因為每天都可以聽到中文(對我來說,最好聽的語言)跟台語,到處看到漂亮的繁體字
.可能是因為有seven跟它的 歡迎光臨.可能是因為有很多可以吃的黑芝麻的東西.可能是因為總是有地方可以去而且甚麼都不遠:海邊,河邊,山,電影院,夜市,美術館,ktv~~因為台大的中文課很好,而且校園很漂亮,圖書館好涼,可能是因為甚麼都相當可愛,粉紅色的.可能是因棕櫚樹跟濕熱的天氣讓人輕鬆一下,下午的雨讓人醒起來,太陽帶走煩惱.
也可能是因為我從來沒有看到一個那麼彩色的天空,因為我喜歡台灣音樂.
最重要的原因還是這裡認識的人. 人, 誰有無盡的耐心教我怎麼演京劇而且人,誰至於願意聽我唱京劇,誰就在路上遇見我或者在屋頂跟我認識,然後給我介紹台灣,誰跟我一起吃飯,吃飯,吃飯,喝茶,聊天,聊天,聊天,聽音樂,去爬山,夜市,跳舞,看京劇,戲劇,電影,參觀藝術展覽,騎腳踏車,去算命,去高雄,桃園,台中,花蓮,墾丁跟綠島旅行,誰難過的時候給我安慰,愉快的時候跟我一起笑,教我騎摩托車,帶我去陽明山,淡水,海邊,書店,新店,核能電廠,臭豆腐天堂深坑,誰跟我一起經歷難忘記的瞬間,誰給我介紹他們的朋友們跟家人,誰給我一種在家的感覺.
Mittwoch, 4. August 2010
Sonntag, 18. Juli 2010
Kleine Abenteuer auf der eigentlich sichersten Insel der Welt
Sonnenaufgang auf dem Alishan

Geduldige Wandergenossen mit Moni Möchtegern-Messner

Ausblick vom Yushan - auch auf nur 3400 Meter Höhe wunderschön

"Aufgepasst, gleich kommt die Sonne!"

Wasserfall bei Hualien

Landschaft um Hualien

Schnorchelparadies grüne Insel

Wanzi mit Seegraseis

Auch im Gefängnis auf der grünen Insel ist man herzlich willkommen (die roten Schriftzeichen stehen für 歡迎光臨 huanyingguanglin Herzlich Willkommen! Einen Spruch, den man bei jedem Betreten eines Geschäftes oder Supermarktes hört)

Reisekumpanen mit unserem Abendessen! Lecker Bambi, hehehe :)

Es ist nicht Sylt... Aber wer will schon nach Sylt, wenn er auf Taiwan ist?! ;)

Da raste ich den Berg hinunter. Und schneller und schneller und schneller und stellte plötzlich fest: Mist, die Bremsen von meinem Fahrrad funktionieren nicht!
Der Chinesischunterricht ist vorbei und so genieße ich die letzten Wochen hier auf Taiwan, neben Zulassungsarbeitschreiben, hauptsächlich mit Reisen, Freunde treffen und besuchen. Unter anderem verschlug es mich dabei zusammen mit Wanzi, einer taiwanischen Freundin, sowie Yuichi und Yutaro, meinen zwei japanischen Mitschülern, zunächst nach Hualien und dann auf die kleine grüne Insel im Süden Taiwans. Der normale grüne Insel-Besucher fährt Roller (egal ob mit oder ohne Führerschein), aber da wir uns das nicht zutrauten, entschieden wir uns für die Fitnessvariante Fahrrad. „Fahrradfahren ist hier gleich Selbstmord“, bemerkte Yutaro in Hinblick auf die Tatsache, dass die grüne Insel ehemals auch Feuer-Insel (火燒島) hieß, nicht zuletzt auch wegen dem feurig heißen Wetter. Und so brutzelten und bretterten wir als einzige Fahrradfahrer die Serpentinen entlang, während die Rollerfahrer lässig und entspannt an uns vorbeizogen, ich mein Schuhwerk als Bremsersatz bemühte und erfreuten uns an allem, was uns so begegnete. Unter anderem einige Rehe, die neben Seegras als Spezialität gelten auf der grünen Insel. Das ist überhaupt etwas sehr bemerkenswertes hier auf Taiwan: jede Gegend oder jedes noch so kleine Dorf hat seine ganz eigene, spezielle Essensspezialität, die immer mit viel Aufwand angepriesen wird. Neben Klebereiskuchen (Mochi), Rehen, Seegras, gibt es sogar ein Dorf, das sich vollkommen der Vermarktung von Erdbeeren verschrieben hat: Erdbeereis, -schnaps, -shampoo, -bodylotion, -brot etc. Während die lustigen Japaner also damit beschäftigt waren, sich mit sämtlichen Inselbewohnern per ausgedehnten Smalltalks bekannt zu machen, probierten Wanzi und ich uns durch das kulinarische Seegrassortiment (Seegraspfannkuchen, Seegraseis, Seegrasdumplings…). Abends brutzelten dann beim BBQ die süßen Rehe, die wir vormittags noch gestreichelt hatten, vor uns auf dem Grill. Beim Schnorcheln bewunderten wir Taiwans regenbogenfarbene Unterwasserwelt und genossen entspannt in den heißen Quellen sitzend den malerischen Sonnenaufgang. Es sind Momente wie diese, die mir Taiwan immer wieder wie ein kleines Paradies erscheinen lassen. Das Meer ist nie weit, aber auch als Bergsteiger kommt man hier voll auf seine Kosten. Obgleich mir bereits mein erster Ausflug in die Berge die körperlichen Grenzen meines neuen Hobbies aufgezeigt hatte, reizte mich die Herausforderung, den höchsten Berg Ostasiens zu besteigen. Der Jadeberg (Yushan) rief – und Moni Möchtegern-Messner kam :) Zusammen mit Peter, meinem Tandempartner, und vier Bonner Sinologen ging es zunächst auf den etwas tiefer gelegenen Alishan. Der dortige Sonnenuntergang war postkartenmäßig farbenprächtig und auch der Sonnenaufgang hätte sehr schön werden können, hätte nicht ein lustiges Männlein mit Megaphon und Ausrufen wie „Aufgepasst, gleich kommt die Sonne raus!“ die romantische Stimmung gestört. Am gleichen Tag ging es dann auf den Yushan, wo wir auf ca. 3400 Meter Höhe die Nacht auf einer Pritsche in einem Raum mit 48 anderen Wandern verbrachten. Olfaktorisch sowie akustisch nicht unbedingt einer meiner erholsamsten Nächte, zudem machte mir die Höhe zu schaffen und so lag ich um zwei Uhr morgens erbrechend und mit Kopfschmerzen danieder, als alle anderen aufbrachen, um Richtung Gipfel der Sonne entgegenzuwandern. Unfähig mich zu rühren, hatte ich nun viel Zeit mir zu überlegen, wie ich es auf der eigentlich wirklich sichersten Insel der Welt, auf der man sich tendenziell immer sehr aufmerksam umsorgt und gegenseitig bekümmert (zhaogu 照顧) und jedes Handeln von einem liebevollen „Pass auf dich auf!“ (xiao xin o小心喔!) begleitet wird, immer wieder schaffte, mich in Gefahr zu bringen, denn Höhenkrankheit ist keine lustige Angelegenheit. „Kein Wunder, dass es dir schlecht geht, du trägst ja auch keine Mütze!“, meinte einer der Ureinwohner zu mir, der auf der Lodge arbeitete. Zu kraftlos um nach dem genauen Kausalzusammenhang zwischen mützenlosem Haupt und Übelkeit zu fragen, zog ich kommentarlos meine Mütze auf – und siehe da, nach drei Stunden Schlaf und Mützentragen sah die Welt schon wieder ganz anders aus! So genoss ich den Ausblick von der Lodge und den anschließenden Abstieg und habe nun einen weiteren Grund, wieder nach Taiwan zurück zu kommen, denn seinen höchsten Berg habe ich noch nicht vollkommen erklommen!
Geduldige Wandergenossen mit Moni Möchtegern-Messner
Ausblick vom Yushan - auch auf nur 3400 Meter Höhe wunderschön
"Aufgepasst, gleich kommt die Sonne!"
Wasserfall bei Hualien
Landschaft um Hualien
Schnorchelparadies grüne Insel
Wanzi mit Seegraseis
Auch im Gefängnis auf der grünen Insel ist man herzlich willkommen (die roten Schriftzeichen stehen für 歡迎光臨 huanyingguanglin Herzlich Willkommen! Einen Spruch, den man bei jedem Betreten eines Geschäftes oder Supermarktes hört)
Reisekumpanen mit unserem Abendessen! Lecker Bambi, hehehe :)
Es ist nicht Sylt... Aber wer will schon nach Sylt, wenn er auf Taiwan ist?! ;)
Da raste ich den Berg hinunter. Und schneller und schneller und schneller und stellte plötzlich fest: Mist, die Bremsen von meinem Fahrrad funktionieren nicht!
Der Chinesischunterricht ist vorbei und so genieße ich die letzten Wochen hier auf Taiwan, neben Zulassungsarbeitschreiben, hauptsächlich mit Reisen, Freunde treffen und besuchen. Unter anderem verschlug es mich dabei zusammen mit Wanzi, einer taiwanischen Freundin, sowie Yuichi und Yutaro, meinen zwei japanischen Mitschülern, zunächst nach Hualien und dann auf die kleine grüne Insel im Süden Taiwans. Der normale grüne Insel-Besucher fährt Roller (egal ob mit oder ohne Führerschein), aber da wir uns das nicht zutrauten, entschieden wir uns für die Fitnessvariante Fahrrad. „Fahrradfahren ist hier gleich Selbstmord“, bemerkte Yutaro in Hinblick auf die Tatsache, dass die grüne Insel ehemals auch Feuer-Insel (火燒島) hieß, nicht zuletzt auch wegen dem feurig heißen Wetter. Und so brutzelten und bretterten wir als einzige Fahrradfahrer die Serpentinen entlang, während die Rollerfahrer lässig und entspannt an uns vorbeizogen, ich mein Schuhwerk als Bremsersatz bemühte und erfreuten uns an allem, was uns so begegnete. Unter anderem einige Rehe, die neben Seegras als Spezialität gelten auf der grünen Insel. Das ist überhaupt etwas sehr bemerkenswertes hier auf Taiwan: jede Gegend oder jedes noch so kleine Dorf hat seine ganz eigene, spezielle Essensspezialität, die immer mit viel Aufwand angepriesen wird. Neben Klebereiskuchen (Mochi), Rehen, Seegras, gibt es sogar ein Dorf, das sich vollkommen der Vermarktung von Erdbeeren verschrieben hat: Erdbeereis, -schnaps, -shampoo, -bodylotion, -brot etc. Während die lustigen Japaner also damit beschäftigt waren, sich mit sämtlichen Inselbewohnern per ausgedehnten Smalltalks bekannt zu machen, probierten Wanzi und ich uns durch das kulinarische Seegrassortiment (Seegraspfannkuchen, Seegraseis, Seegrasdumplings…). Abends brutzelten dann beim BBQ die süßen Rehe, die wir vormittags noch gestreichelt hatten, vor uns auf dem Grill. Beim Schnorcheln bewunderten wir Taiwans regenbogenfarbene Unterwasserwelt und genossen entspannt in den heißen Quellen sitzend den malerischen Sonnenaufgang. Es sind Momente wie diese, die mir Taiwan immer wieder wie ein kleines Paradies erscheinen lassen. Das Meer ist nie weit, aber auch als Bergsteiger kommt man hier voll auf seine Kosten. Obgleich mir bereits mein erster Ausflug in die Berge die körperlichen Grenzen meines neuen Hobbies aufgezeigt hatte, reizte mich die Herausforderung, den höchsten Berg Ostasiens zu besteigen. Der Jadeberg (Yushan) rief – und Moni Möchtegern-Messner kam :) Zusammen mit Peter, meinem Tandempartner, und vier Bonner Sinologen ging es zunächst auf den etwas tiefer gelegenen Alishan. Der dortige Sonnenuntergang war postkartenmäßig farbenprächtig und auch der Sonnenaufgang hätte sehr schön werden können, hätte nicht ein lustiges Männlein mit Megaphon und Ausrufen wie „Aufgepasst, gleich kommt die Sonne raus!“ die romantische Stimmung gestört. Am gleichen Tag ging es dann auf den Yushan, wo wir auf ca. 3400 Meter Höhe die Nacht auf einer Pritsche in einem Raum mit 48 anderen Wandern verbrachten. Olfaktorisch sowie akustisch nicht unbedingt einer meiner erholsamsten Nächte, zudem machte mir die Höhe zu schaffen und so lag ich um zwei Uhr morgens erbrechend und mit Kopfschmerzen danieder, als alle anderen aufbrachen, um Richtung Gipfel der Sonne entgegenzuwandern. Unfähig mich zu rühren, hatte ich nun viel Zeit mir zu überlegen, wie ich es auf der eigentlich wirklich sichersten Insel der Welt, auf der man sich tendenziell immer sehr aufmerksam umsorgt und gegenseitig bekümmert (zhaogu 照顧) und jedes Handeln von einem liebevollen „Pass auf dich auf!“ (xiao xin o小心喔!) begleitet wird, immer wieder schaffte, mich in Gefahr zu bringen, denn Höhenkrankheit ist keine lustige Angelegenheit. „Kein Wunder, dass es dir schlecht geht, du trägst ja auch keine Mütze!“, meinte einer der Ureinwohner zu mir, der auf der Lodge arbeitete. Zu kraftlos um nach dem genauen Kausalzusammenhang zwischen mützenlosem Haupt und Übelkeit zu fragen, zog ich kommentarlos meine Mütze auf – und siehe da, nach drei Stunden Schlaf und Mützentragen sah die Welt schon wieder ganz anders aus! So genoss ich den Ausblick von der Lodge und den anschließenden Abstieg und habe nun einen weiteren Grund, wieder nach Taiwan zurück zu kommen, denn seinen höchsten Berg habe ich noch nicht vollkommen erklommen!
Freitag, 25. Juni 2010
„Kannst du kochen?“ oder The dark side – Leben und Lieben auf Taiwan (2)
Alles so niedlich hier...

...aber warum?

„Nee, also da hast du was falsch beobachtet. Bei meinen Kumpels putzen die Freundinnen das Zimmer ihres Freundes“, so einer meiner männlichen Tandempartner als ich ihm begeistert von dem Freund meiner Mitbewohnerin berichtete. Mit großen Augen schaute ich ihn an und sagte, dass das ja schon ganz schön hart chauvinistisch klinge, dafür, dass hier auf Taiwan sonst alles so niedlich erscheine. „Aber ist doch klar: hier ist alles so niedlich, gerade weil es so chauvinistisch ist. Japan, Korea, Taiwan, alles chauvinistisch!“, erklärte er mir mit ernster Miene. „Oh“, sagte ich erschreckt. Sollten Alice Schwarzers gerührte Freudentränen etwa umsonst vergossen worden sein? Tatsächlich habe ich festgestellt, dass viele taiwanische Frauen recht sarkastisch werden, sobald es auf taiwanische Männer zu sprechen kommt und wurde innigst davor gewarnt, mir hier am Ende noch einen Ehemann anzulachen. Wenn ich frage warum, bekomme ich immer recht vage Antworten.
Kannst du kochen? – das werde ich überraschend oft von den taiwanischen Herren gefragt und säusele mittlerweile freundlich noch nicht, um sie nicht völlig vor den Kopf zu stoßen. Dann erkläre ich lächelnd, dass es bisher einfach nicht nötig war, weil ich immer von deutschen Männern bekocht wurde und ernte einen irritierten Blick. Auch Peter scheint diese Frage sehr wichtig zu sein, er hat mich mittlerweile schon dreimal gefragt und treibt mich damit etwas in die Verzweiflung. Irgendwie finde ich die Frage machohaft. „Ja, erstmal tun wir alles für die Frau, aber wenn wir sie geheiratet haben, muss sie alles für den Ehemann machen“, meinte Peter daraufhin fett grinsend und hoffentlich mit einem Hauch von Ironie. Aussagen, die mir immer etwas die Sprache verschlagen, aber letztlich mit der traditionellen Grundauffassung des Konfuzianismus konform gehen, nach welcher in einer hierarchisch, patriarchalischen Gesellschaft der Untertan dem Herrscher, der Sohn dem Vater und die Frau dem Mann zu gehorchen hat. Im Gegensatz zum kommunistischen Festland China wurde den chinesischen Frauen auf Taiwan nicht „der halbe Himmel“ von Mao Zedong versprochen. Dafür sorgen Demokratie, Pressefreiheit sowie ein aufmerksamer Blick gen Westen für eine fortschreitende Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Politik und Wirtschaft. Auch meine Mitbewohnerin erklärte mir, dass sie keine Lust habe, nach der Hochzeit als billige Haushälterin zu enden, weswegen es wichtig sei, den Freund frühzeitig zu „erziehen“. Ich nickte zustimmend und dachte an die bisweilen etwas nervenstrapazierenden Diskussionen mit meinen ehemaligen männlichen Mitbewohnern über die Wichtigkeit einer fairen Arbeitsteilung und insbesondere Einhaltung diverser Haushaltspläne. Das Zusammenleben zwischen Mann und Frau wird hier letztlich ähnlich überdacht und diskutiert wie in Deutschland auch (ein Artikel hierzu: http://taiwanheute.nat.gov.tw/ct.asp?xItem=44108&CtNode=1663&mp=22). Dennoch fällt oft schon an der tendenziell niedlichen Sprechweise sowie dem sehr weiblichen Kleidungsstil vieler Taiwanerinnen auf, dass sie nicht die Töchter von Müttern sind, die einst heftig diskutierend ihre BHs verbrannt haben. Aber vielleicht muss das auch gar nicht sein. Vielleicht kann man diese Themen ja auch einfach mal ganz in Ruhe mit einem Lächeln auf den Lippen besprechen und auf die ausgleichende Macht des Yin und Yang hoffen. Oder endlich anfangen, kochen zu lernen? Nee, erstmal anständig fertig studieren!
...aber warum?
„Nee, also da hast du was falsch beobachtet. Bei meinen Kumpels putzen die Freundinnen das Zimmer ihres Freundes“, so einer meiner männlichen Tandempartner als ich ihm begeistert von dem Freund meiner Mitbewohnerin berichtete. Mit großen Augen schaute ich ihn an und sagte, dass das ja schon ganz schön hart chauvinistisch klinge, dafür, dass hier auf Taiwan sonst alles so niedlich erscheine. „Aber ist doch klar: hier ist alles so niedlich, gerade weil es so chauvinistisch ist. Japan, Korea, Taiwan, alles chauvinistisch!“, erklärte er mir mit ernster Miene. „Oh“, sagte ich erschreckt. Sollten Alice Schwarzers gerührte Freudentränen etwa umsonst vergossen worden sein? Tatsächlich habe ich festgestellt, dass viele taiwanische Frauen recht sarkastisch werden, sobald es auf taiwanische Männer zu sprechen kommt und wurde innigst davor gewarnt, mir hier am Ende noch einen Ehemann anzulachen. Wenn ich frage warum, bekomme ich immer recht vage Antworten.
Kannst du kochen? – das werde ich überraschend oft von den taiwanischen Herren gefragt und säusele mittlerweile freundlich noch nicht, um sie nicht völlig vor den Kopf zu stoßen. Dann erkläre ich lächelnd, dass es bisher einfach nicht nötig war, weil ich immer von deutschen Männern bekocht wurde und ernte einen irritierten Blick. Auch Peter scheint diese Frage sehr wichtig zu sein, er hat mich mittlerweile schon dreimal gefragt und treibt mich damit etwas in die Verzweiflung. Irgendwie finde ich die Frage machohaft. „Ja, erstmal tun wir alles für die Frau, aber wenn wir sie geheiratet haben, muss sie alles für den Ehemann machen“, meinte Peter daraufhin fett grinsend und hoffentlich mit einem Hauch von Ironie. Aussagen, die mir immer etwas die Sprache verschlagen, aber letztlich mit der traditionellen Grundauffassung des Konfuzianismus konform gehen, nach welcher in einer hierarchisch, patriarchalischen Gesellschaft der Untertan dem Herrscher, der Sohn dem Vater und die Frau dem Mann zu gehorchen hat. Im Gegensatz zum kommunistischen Festland China wurde den chinesischen Frauen auf Taiwan nicht „der halbe Himmel“ von Mao Zedong versprochen. Dafür sorgen Demokratie, Pressefreiheit sowie ein aufmerksamer Blick gen Westen für eine fortschreitende Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Politik und Wirtschaft. Auch meine Mitbewohnerin erklärte mir, dass sie keine Lust habe, nach der Hochzeit als billige Haushälterin zu enden, weswegen es wichtig sei, den Freund frühzeitig zu „erziehen“. Ich nickte zustimmend und dachte an die bisweilen etwas nervenstrapazierenden Diskussionen mit meinen ehemaligen männlichen Mitbewohnern über die Wichtigkeit einer fairen Arbeitsteilung und insbesondere Einhaltung diverser Haushaltspläne. Das Zusammenleben zwischen Mann und Frau wird hier letztlich ähnlich überdacht und diskutiert wie in Deutschland auch (ein Artikel hierzu: http://taiwanheute.nat.gov.tw/ct.asp?xItem=44108&CtNode=1663&mp=22). Dennoch fällt oft schon an der tendenziell niedlichen Sprechweise sowie dem sehr weiblichen Kleidungsstil vieler Taiwanerinnen auf, dass sie nicht die Töchter von Müttern sind, die einst heftig diskutierend ihre BHs verbrannt haben. Aber vielleicht muss das auch gar nicht sein. Vielleicht kann man diese Themen ja auch einfach mal ganz in Ruhe mit einem Lächeln auf den Lippen besprechen und auf die ausgleichende Macht des Yin und Yang hoffen. Oder endlich anfangen, kochen zu lernen? Nee, erstmal anständig fertig studieren!
Donnerstag, 3. Juni 2010
Samstag, 29. Mai 2010
Manche nennen es Musik, doch für die meisten ist Krach … Pekingoper!
Yinghui und ich in voller Montur

Suchbild: Wo ist Moni?

Die Jüngsten der Jüngsten im Publikum (Ahao, Marius, Sara)

Schminken für den Auftritt

Weitere Bilder auch auf:
http://picasaweb.google.com/NTUTradOpera/JEluwD#
謝謝盈蕙,阿浩跟Tobi!
Heidi, steh mir bei! – betete ich und trippelte mit schmerzenden Füßchen und klimpernden Kopfschmuck auf die Bühne. Grell strahlte das Scheinwerferlicht vor mir, ich hörte die Rufe des Publikums – die Show konnte beginnen!
Die Studentenclubs an der National Taiwan University sind eine gute Möglichkeit, taiwanische Studenten kennen zu lernen, hatte mir eine ehemalige Austauschstudentin aus Heidelberg erzählt. Und so schlenderte ich September vergangenen Jahres über die Studentenclubmesse von Stand zu Stand und staunte über die Vielfalt: vom Kuchenback-, über Karate-, Kalligraphie-, Hip Hop-Tanz bis hin zum „Verwirkliche deine Träume!“-Club (was auch immer dieses Grüppchen so treibt…) war das Angebot und vor allem der Enthusiasmus der Studierenden beeindruckend und so rettete ich mich von dem Club der etwas zu gruselig freundlich strahlenden Christen zum Pekingoperstand. Nach Ballet, Jazztanz, Hula und Hip Hoptanz sowie absurden Theaterausflügen in der Schule, erschien mir Pekingoper als reizvolle neue Herausforderung. Nach dem ersten Treffen war mir klar, dass ich allein schon aufgrund der herzlichen Freundlichkeit der Gruppenmitglieder weitermachen würde. Und so dackelte ich brav jeden Mittwochabend zu unseren Treffen. Anfangs verstand ich nur einen Bruchteil von dem, was mir erzählt wurde und erst recht nix von dem, was ich da jede Woche vor mich hinträllerte, aber das mache nichts, ermunterten mich meine Mitstreiter, eigentlich verstünde kaum jemand etwas von dem, was da immer gesungen werde. Gerade für westliche Ohren ist die Ästhetik des Gesangs häufig etwas eigenwillig. Für den Banausen mag es wie Schreien eines gerade geschlachteten Schweins mit ordentlichem Krach im Hintergrund klingen. Auch bei mir dauerte es seine Zeit und einige Pekingoperbesuche, bis ich insbesondere die akustische Schönheit des Dargebotenen angemessen genießen konnte. De facto war ich bei einer fünfstündigen Aufführung (so lange kann das manchmal dauern…) schließlich sogar die einzige aus meiner Gruppe, die nicht einschlief, sondern bis zum Ende lauschte und gebannt auf die Bühne schaute. Die Musik, die Akrobatik, die Kostüme, die Präzision der minimalistischen Bewegungen, die es schaffen, ungemein große Emotionen zu transportieren, faszinierten mich. Was auf der Bühne federleicht aussieht, ist von der Körperbeherrschung und Konzentration mindestens so anstrengend wie Ballet. Stundenlang trippelte ich so im Kreis, um „weibliches Laufen“ zu üben, mit mäßigem Erfolg. Nichtsdestotrotz reichten meine Fertigkeiten für eine Statistenrolle, bei der ich einen Soldaten spielte, der zweimal im Chor „Aaaaah!“ rufen musste. Meine Präsenz lockte auch meine taiwanischen und deutschen Freunde ins Publikum, die den Altersschnitt um ein Vielfaches senkten. Denn Pekingoper ist bei unter 70-jährigen eigentlich nicht so angesagt. Jedes Mal, wenn ich taiwanischen Bekannten erzähle, dass ich mich dafür interessiere, ernte ich ein belustigtes bis irritiertes, aber dennoch interessiertes Lächeln. Ungefähr so, wie wenn ein Chinese einem Deutschen strahlend erzählt, er treffe sich jedes Wochenende mit seinen bayrischen Freunden im Lederhöschen zum Jodeln. Eigentlich genügte mir diese einmalige Bühnenerfahrung, aber wieder war es das motivierend, liebevolle Drängen meiner Clubmitstreiter, die mich zu einem weiteren Auftritt überredeten. Diesmal mit Text und komplexeren Bewegungsabläufen. Ich sollte die Dienerin des Dieners spielen und mit unendlicher Geduld wurde mir mein Text immer wieder vorgesungen, die Bewegungen fürsorglichst eingeübt. Irgendwann hatte ich dann kapiert, wo sich diese imaginäre Tür befindet (in der Pekingoper sind Kulisse und Utensilien, falls überhaupt vorhanden, auf ein absolutes Minimum reduziert. Der Schauspieler und seine Darstellung stehen damit im Mittelpunkt der Betrachtung, er muss also das meiste selbst durch Bewegung, Mimik und Gestik darstellen. Um dem Zuschauer zu vermitteln, wo sich die Tür befindet, musste ich also im richtigen Moment an der richtigen Stelle auf der Bühne leicht den Fuß heben) und was ich mit dieser (real existierenden) Lampe zu tun habe. Meinem großen Auftritt sollte also nichts mehr im Wege stehen, dachte ich und verstauchte mir am Tag davor schmerzhaft den linken Fuß. Aber wenn Deutschlands größter Exportschlager Heidi Klum die Victoria Secret mit 40 Grad Fieber und blutendem Loch im Kopf laufen würde, sollte auch ich diesen Pekingoperauftritt mit Würde und Professionalität überstehen. Hauptsache irgendwie gut aussehen! Unterschätzt hatte ich allerdings das Gewicht meines pompösen Kopfschmuckes und im Eifer des Gefechts tauchte die verdammte Lampe nicht auf, die mir Orientierung bei meiner Darstellung geben sollte. Stark eingeschränkt in meiner Bewegungsfähigkeit sowie quasi nackig, weil ohne Lampe, hatte mich meine Lehrerin auf die Bühne gestumpt und so stand ich dann da und lächelte und quiekte meinen Text dahin. Aus der Tatsache, dass mich unsere doch sehr strenge Lehrerin anschließend nicht um einen Kopf kürzer machte, schloss ich, dass es schon alles irgendwie gepasst hat und halte es sonst wie bei Germany`s next topmodel: wenn am Ende die Fotos gut aussehen, war die Mühe nicht umsonst ;)
Suchbild: Wo ist Moni?
Die Jüngsten der Jüngsten im Publikum (Ahao, Marius, Sara)
Schminken für den Auftritt
Weitere Bilder auch auf:
http://picasaweb.google.com/NTUTradOpera/JEluwD#
謝謝盈蕙,阿浩跟Tobi!
Heidi, steh mir bei! – betete ich und trippelte mit schmerzenden Füßchen und klimpernden Kopfschmuck auf die Bühne. Grell strahlte das Scheinwerferlicht vor mir, ich hörte die Rufe des Publikums – die Show konnte beginnen!
Die Studentenclubs an der National Taiwan University sind eine gute Möglichkeit, taiwanische Studenten kennen zu lernen, hatte mir eine ehemalige Austauschstudentin aus Heidelberg erzählt. Und so schlenderte ich September vergangenen Jahres über die Studentenclubmesse von Stand zu Stand und staunte über die Vielfalt: vom Kuchenback-, über Karate-, Kalligraphie-, Hip Hop-Tanz bis hin zum „Verwirkliche deine Träume!“-Club (was auch immer dieses Grüppchen so treibt…) war das Angebot und vor allem der Enthusiasmus der Studierenden beeindruckend und so rettete ich mich von dem Club der etwas zu gruselig freundlich strahlenden Christen zum Pekingoperstand. Nach Ballet, Jazztanz, Hula und Hip Hoptanz sowie absurden Theaterausflügen in der Schule, erschien mir Pekingoper als reizvolle neue Herausforderung. Nach dem ersten Treffen war mir klar, dass ich allein schon aufgrund der herzlichen Freundlichkeit der Gruppenmitglieder weitermachen würde. Und so dackelte ich brav jeden Mittwochabend zu unseren Treffen. Anfangs verstand ich nur einen Bruchteil von dem, was mir erzählt wurde und erst recht nix von dem, was ich da jede Woche vor mich hinträllerte, aber das mache nichts, ermunterten mich meine Mitstreiter, eigentlich verstünde kaum jemand etwas von dem, was da immer gesungen werde. Gerade für westliche Ohren ist die Ästhetik des Gesangs häufig etwas eigenwillig. Für den Banausen mag es wie Schreien eines gerade geschlachteten Schweins mit ordentlichem Krach im Hintergrund klingen. Auch bei mir dauerte es seine Zeit und einige Pekingoperbesuche, bis ich insbesondere die akustische Schönheit des Dargebotenen angemessen genießen konnte. De facto war ich bei einer fünfstündigen Aufführung (so lange kann das manchmal dauern…) schließlich sogar die einzige aus meiner Gruppe, die nicht einschlief, sondern bis zum Ende lauschte und gebannt auf die Bühne schaute. Die Musik, die Akrobatik, die Kostüme, die Präzision der minimalistischen Bewegungen, die es schaffen, ungemein große Emotionen zu transportieren, faszinierten mich. Was auf der Bühne federleicht aussieht, ist von der Körperbeherrschung und Konzentration mindestens so anstrengend wie Ballet. Stundenlang trippelte ich so im Kreis, um „weibliches Laufen“ zu üben, mit mäßigem Erfolg. Nichtsdestotrotz reichten meine Fertigkeiten für eine Statistenrolle, bei der ich einen Soldaten spielte, der zweimal im Chor „Aaaaah!“ rufen musste. Meine Präsenz lockte auch meine taiwanischen und deutschen Freunde ins Publikum, die den Altersschnitt um ein Vielfaches senkten. Denn Pekingoper ist bei unter 70-jährigen eigentlich nicht so angesagt. Jedes Mal, wenn ich taiwanischen Bekannten erzähle, dass ich mich dafür interessiere, ernte ich ein belustigtes bis irritiertes, aber dennoch interessiertes Lächeln. Ungefähr so, wie wenn ein Chinese einem Deutschen strahlend erzählt, er treffe sich jedes Wochenende mit seinen bayrischen Freunden im Lederhöschen zum Jodeln. Eigentlich genügte mir diese einmalige Bühnenerfahrung, aber wieder war es das motivierend, liebevolle Drängen meiner Clubmitstreiter, die mich zu einem weiteren Auftritt überredeten. Diesmal mit Text und komplexeren Bewegungsabläufen. Ich sollte die Dienerin des Dieners spielen und mit unendlicher Geduld wurde mir mein Text immer wieder vorgesungen, die Bewegungen fürsorglichst eingeübt. Irgendwann hatte ich dann kapiert, wo sich diese imaginäre Tür befindet (in der Pekingoper sind Kulisse und Utensilien, falls überhaupt vorhanden, auf ein absolutes Minimum reduziert. Der Schauspieler und seine Darstellung stehen damit im Mittelpunkt der Betrachtung, er muss also das meiste selbst durch Bewegung, Mimik und Gestik darstellen. Um dem Zuschauer zu vermitteln, wo sich die Tür befindet, musste ich also im richtigen Moment an der richtigen Stelle auf der Bühne leicht den Fuß heben) und was ich mit dieser (real existierenden) Lampe zu tun habe. Meinem großen Auftritt sollte also nichts mehr im Wege stehen, dachte ich und verstauchte mir am Tag davor schmerzhaft den linken Fuß. Aber wenn Deutschlands größter Exportschlager Heidi Klum die Victoria Secret mit 40 Grad Fieber und blutendem Loch im Kopf laufen würde, sollte auch ich diesen Pekingoperauftritt mit Würde und Professionalität überstehen. Hauptsache irgendwie gut aussehen! Unterschätzt hatte ich allerdings das Gewicht meines pompösen Kopfschmuckes und im Eifer des Gefechts tauchte die verdammte Lampe nicht auf, die mir Orientierung bei meiner Darstellung geben sollte. Stark eingeschränkt in meiner Bewegungsfähigkeit sowie quasi nackig, weil ohne Lampe, hatte mich meine Lehrerin auf die Bühne gestumpt und so stand ich dann da und lächelte und quiekte meinen Text dahin. Aus der Tatsache, dass mich unsere doch sehr strenge Lehrerin anschließend nicht um einen Kopf kürzer machte, schloss ich, dass es schon alles irgendwie gepasst hat und halte es sonst wie bei Germany`s next topmodel: wenn am Ende die Fotos gut aussehen, war die Mühe nicht umsonst ;)
Abonnieren
Kommentare (Atom)